Diese Seite verwendet Cookies. Mit der Nutzung unserer Dienste erklären Sie sich damit einverstanden, dass wir Cookies verwenden.
Nähere Informationen finden Sie hier: Privatsphären und Cookie Policy.

22.09.2020
RATGEBER

Bettwanzen-Alarm

Was du bei gebrauchten Möbeln und auf Reisen beachten musst!

Bettwanzen – sind die nicht längst ausgerottet? Nach dem Zweiten Weltkrieg sah es fast so aus. Doch der Tourismus-Boom und der weltweite Handel mit gebrauchten Waren hat das große Krabbeln zurück in unsere Betten und Wohnungen gebracht. Hier erfährst du, wie du Bettwanzen vorbeugen kannst, woran du sie erkennst und wie sie bekämpft werden können. 

 

Bettwanzen vorbeugen

Wo kommen die Plagegeister her?

Einer der größten Bettwanzen-Irrtümer ist, dass sie etwas mit mangelnder Hygiene zu tun haben. Zwar ist das Risiko auf einer Berghütte, wo jede Nacht jemand anderes im Bettenlager schläft, etwas höher als im Luxushotel. Und in einem gepflegten, ordentlichen Raum ist ein Bettwanzenbefall auch leichter zu erkennen. Vorkommen können sie grundsätzlich jedoch überall. Die Schädlinge verbreiten sich hauptsächlich durch den Transport befallener Gegenstände. Daher auch die zwei Hauptquellen von Bettwanzenbefall: Reisegepäck und gebrauchte Möbel. Vor allem in den USA und Australien – aber auch in Europa – gab es in den vergangenen Jahren einen rasanten Anstieg von Schädlingsbekämpfungs-Einsätzen gegen Bettwanzen.

Deshalb solltest du bei Übernachtungen in Hotels und Ferienwohnungen aufpassen: Wenn sich Bettwanzen nachts mit Blut vollgesaugt haben, krabbeln sie zurück in ihre Verstecke, zum Beispiel im Lattenrost, hinter Sockelleisten oder im Nachttisch. Wenn du in einem befallenen Hotelzimmer wohnst, kann es vorkommen, dass die Tierchen in deinen Koffer krabbeln, vor allem wenn dieser auf dem Wanderweg der Bettwanzen liegt. Das Problem: Ein einziges befruchtetes Weibchen reicht aus, um bei dir zu Hause einen Bettwanzen-Befall auszulösen.

Größte Vorsicht ist auch bei Gebrauchtgegenständen aller Art angesagt. Ganz egal, ob du sie auf der Straße mitnimmst, auf dem Flohmarkt, im Gebrauchtmöbelmarkt oder im Internet kaufst. Vor allem Möbelstücke und Matratzen, aber auch Bilderrahmen oder Deko-Gegenstände können betroffen sein.

  

Im Hotelzimmer besser nicht den Koffer in der Nähe des Bettes aufbewahren.

 

 

3 Tipps, wie du dich auf Reisen vor Bettwanzen schützt

 

  1. Überprüfe das Zimmer auf den Befall von Bettwanzen: Verdächtig sind kleine schwarze Punkte auf dem Bett oder Sofa, an Tapetenrändern, Steckdosen oder Lichtschaltern. Das können Kotspuren von Bettwanzen sein. Ebenso wenn du Häutungshüllen – oder gleich die Bettwanzen selbst – sichtest. Dann heißt es: nichts wie raus aus dem Zimmer!
  2. Koffer und Taschen niemals auf dem Bett auspacken. Am besten bewahrst du sie verschlossen und weit weg vom Bett auf, möglichst in einem anderen Zimmer.
  3. Schlafanzug, Unterwäsche und alles, was du im Hotelbett getragen hast, am Ende des Urlaubs in einem gut verschließbaren Plastikbeutel nach Hause transportieren und in der Badewanne auspacken. Dort entdeckst du eventuell mitgenommene Bettwanzen schneller.

 

 

3 Tipps, wie du dich beim Kauf von Möbeln vor Bettwanzen schützt

 

  1. Gebrauchtwaren aller Art solltest du vor dem Kauf immer auf Bettwanzen und deren Spuren wie zum Beispiel Kotflecken absuchen. Das betrifft vor allem Matratzen und Möbelstücke, aber auch Deko-Gegenstände oder Kuscheltiere.
  2. Keine gebrauchten Möbel von der Straße oder dem Sperrmüll mitnehmen. Du weißt ja nie, was der Grund für das Aussortieren gewesen ist.
  3. Ist ein befallener Gegenstand in die Wohnung gelangt, diesen so gut es geht luftdicht verpacken und entsorgen. Alternativ kannst du kleinere Gegenstände so verpackt für drei Tage bei –18 Grad in die Tiefkühltruhe geben, das sollte die Bettwanzen abtöten.

 

 

Bettwanzen erkennen

Fiese Bisse und andere Hinterlassenschaften

 


Rote Pusteln, gruppenweise angeordnet: So können Bettwanzen-Bisse aussehen.

 

Juckende, rote Pusteln mit einem Durchmesser von wenigen Millimetern bis einigen Zentimetern: Das ist häufig das Erste, was Menschen von Bettwanzen wahrnehmen. Die Pusteln sind meist gruppenweise oder in Reihen angeordnet und können noch bis zu einer Woche nach dem Stich auftreten. Allerdings sind die roten Pusteln allein noch kein klarer Nachweis für einen Bettwanzenbefall. Wenn die Stiche aber zum Beispiel im Winter auftreten, wenn es keine Mücken gibt, kann das ein ernst zu nehmender Hinweis sein.

  

 

Wie sieht eine Bettwanze aus?

 

Ausgewachsen sind sie zwischen vier und sechs Millimeter groß, rotbraun bis schwarz und extrem flach. Die Eier sind weißlich und einen Millimeter groß. Bettwanzen laufen eigentlich nur frei herum, wenn sie auf Nahrungssuche sind, und dann sind sie auch mit bloßem Auge erkennbar. Ansonsten halten sie sich in ihren Verstecken auf.

 

Was sind typische Verstecke von Bettwanzen?

 

Häufig im Bett oder in der Nähe des Bettes: bspw. im Lattenrost, im Sofa oder in anderen Möbelstücken, in und hinter Bilderrahmen, hinter Lichtschaltern, Tapeten und Sockelleisten. Überall dort hinterlassen sie Kotspuren in Form von schwarzen Punkten. In den Verstecken findet man außerdem die Häutungshüllen.

 

 

Bettwanzen bekämpfen

Da muss der Profi ran!

Hast du den Verdacht, dass sich bei dir in der Wohnung Bettwanzen eingenistet haben, solltest du so schnell wie möglich einen professionellen Schädlingsbekämpfer verständigen. Er kann eindeutig feststellen, ob ein Befall vorliegt, indem er nach den Verstecken des Ungeziefers sucht, wo er die lebenden Tiere oder zumindest deren Häutungshüllen und Kotspuren findet. Je schneller der Profi verständigt wird, desto leichter, schneller und kostengünstiger können sie bekämpft werden. Ein starker Bettwanzen-Befall ist nämlich selbst für einen professionellen Schädlingsbekämpfer aufwendig und eine echte Herausforderung.

Mit einem Ungeziefer-Spray aus dem Baumarkt lässt sich das Bettwanzen-Problem nicht lösen: Bettwanzen verstecken sich in den kleinsten Ritzen, können Hungerperioden von mehreren Monaten überleben und ein einziges Bettwanzenweibchen kann 15 bis 20 Eier in der Woche legen.

  

Professionelle Schädlingsbekämpfer versuchen, alle Verstecke der Bettwanzen ausfindig zu machen, und behandeln diese dann gezielt mit Insektiziden.

 

Erfolgreiche Schädlingsbekämpfung in 5 Schritten:

 

  1. Ursachenforschung: Handelt es sich überhaupt um Bettwanzen, und wenn ja, wo ist die Quelle des Befalls?
  2. Möglichst alle Verstecke der Tiere ausfindig machen und die Bettwanzen durch gezieltes Besprühen mit Insektiziden abtöten. Dafür müssen womöglich Möbelstücke auseinandergebaut sowie Sockelleisten und Lichtschalter entfernt werden.
  3. Beseitigen der Eier und Errichten von "Insektizidbarrieren" auf den Laufwegen der Bettwanzen und in potenziellen Verstecken.
  4. Stark befallene Gegenstände müssen gesondert behandelt oder entsorgt werden.
  5. Nach zwei bis drei Wochen erfolgt die Nachkontrolle. Meistens reicht ein Besuch des Schädlingsbekämpfers nicht aus, um alle Bettwanzen abzutöten. Wenn er bei seiner Nachkontrolle lebende Tiere findet, muss die Behandlung wiederholt werden.